

Beschreibung
Vor sechs Jahren veranderte sich das Leben von Selene Alvaroz fur immer. Eine unuberlegte Nacht, ein falsches Getrank-und sie wachte in einem fremden Bett auf, ihre Erinnerungen ausgeloscht. Dann kam der Schock: Sie war schwanger. Von ihrer Mutter verlassen und gezwungen, die Zwillinge allein grosszuziehen, trauerte Selene um das dritte Baby, von dem man ihr sagte, es habe nicht uberlebt. Sie stellte es nie in Frage-bis jetzt. Denn Dominic Castellano, der skrupellose Milliardar, an den sie sich kaum erinnert, trat gerade wieder in ihr Leben mit einer erschutternden Offenbarung: "Ihr Sohn ist nicht gestorben. Er wurde gestohlen."
Kapitel 1
Jun 24, 2025
Selene Alvarozs Sicht
„Es tut mir leid. Wir haben alles getan, was wir konnten.“
Die Worte treffen mich wie ein Güterzug, zerquetschen mich unter ihrem Gewicht. Ich ziehe meine Jacke enger. Mein Atem stockt, mein Herz schlägt heftig gegen meine Rippen, und mein ganzer Körper verkrampft sich. Der Arzt redet weiter, aber seine Stimme ist fern, gedämpft, als wäre ich unter Wasser.
Das passiert nicht. Das kann nicht passieren.
Mein Vater war in Ordnung. Er war hier. Er kämpfte. Er lebte. Ich klammere mich an den Seiten des Krankenhausstuhls fest, meine Nägel bohren sich in die Plastikarmlehnen, die Verzweiflung hält mich davon ab, den Halt zu verlieren.
„Miss Alvaroz—“
Eine Hand greift nach mir. Ich zucke so schnell zurück, dass der Stuhl kippt, meine Füße stolpern über den glatten Fliesenboden. Meine Brust zieht sich zusammen, meine Lungen brennen vor Anstrengung, Luft zu holen, während ein kehliger, qualvoller Schrei aus meiner Kehle reißt.
Ich erkenne ihn nicht einmal. Ich drehe mich um und renne.
Die Türen des Krankenhauses fliegen auf, und kalte Luft schlägt mir entgegen.
Der Regen ist unnachgiebig, strömt in Sturzbächen und durchnässt mein Kleid fast augenblicklich. Meine Tränen vermischen sich nahtlos mit dem Regen, verschleiern meine Sicht und verwandeln die Welt in ein wässriges, verzerrtes Schauspiel.
Ich gehe weiter. Ich weiß nicht, wohin ich gehe. Es ist mir egal.
Die Stadt bewegt sich um mich herum—Autos rauschen vorbei, während Figuren unter Schirmen zusammenstehen, ihr Lachen und Plaudern erfüllt die Luft.
Sie sehen mich nicht. Niemand sieht das Mädchen, das gerade die einzige Familie verloren hat, die sie noch hatte. Ich stapfe weiter, was sich wie eine Ewigkeit anfühlt, meine Beine protestieren, mein Körper ist in Schockzustand, doch ich kann meine Schritte nicht anhalten. Aufzuhören bedeutet nachzudenken. Nachzudenken bedeutet sich zu erinnern. Sich zu erinnern bedeutet zu zerbrechen.
Ein neonfarbenes Leuchten flackert vor mir auf. Die Black Orchid Bar.
Ich drücke die Tür auf, und die Welt im Inneren ist laut.
Der schwere Bass der Musik vibriert durch den Boden. Das stechende Aroma von Alkohol mischt sich mit dem beißenden Geruch von Zigaretten und erfüllt die Luft. Lachen erklingt aus einer nahen Sitznische, jemand stößt Gläser gegeneinander, Stimmen überlappen sich in bedeutungslosen Gesprächen.
Es fühlt sich alles so falsch an.
Ich rutsche auf einen Barhocker, klammer mich an den Tresenrand, als wäre er mein einziger Anker im Sturm in mir. Der Blick des Barkeepers durchdringt meine durchnässten Kleider, meine verschmierte Wimperntusche und meine zitternden Finger, unfragend, aber verständnisvoll.
Er stellt keine Fragen. Er schenkt einfach das Getränk ein.
Ich hebe das Glas an meine Lippen. Der Whiskey brennt einen Weg hinunter in meine Kehle, sengend mit seiner feurigen Wärme, doch es gelingt ihm nicht, die eisige Leere zu schmelzen, die mein Herz umklammert.
Gut. Ich trinke erneut. Und erneut.
Der Hocker schwankt unter mir, vielleicht bin ich es, der schwankt. Der Raum neigt sich sanft, die Ränder meines Kummers verschwimmen, dämpfen, genug, um mich für einen Moment übersehen zu lassen—eine Gestalt in meiner Nähe.
Ich fühle ihn, bevor ich ihn sehe. Ein Schatten an meiner Seite. Groß. Solide. Unübersehbar. „Du solltest nicht hier sein.“
Seine Stimme ist tief, rau, die Art, die Aufmerksamkeit verlangt, selbst wenn sie leise gesprochen wird.
Ich drehe meinen Kopf träge, blinzle mühsam zu ihm auf. Das schummrige Licht der Bar wirft scharfe Schatten auf sein Gesicht, doch ich erkenne die ausgeprägte Kinnlinie, die rätselhaften Augen und die Art, wie er sich bewegt—gelassen, eindrucksvoll, bedrohlich.
Ich versuche zu sprechen, aber meine Zunge fühlt sich schwer an. Der Raum kippt erneut.
Seine Hand stützt meinen Arm, als ich stolpere. Sein Griff ist unerschütterlich, warm, beruhigend.
„Du musst nach Hause gehen“, murmelt er.
Heim, das Wort sticht durch mich hindurch.
„Es gibt kein Zuhause“, flüstere ich.
Sein Kiefer spannt sich an, etwas flackert in seinem Ausdruck. Er atmet aus, und bevor ich protestieren kann, verschiebt sich alles. Meine Sicht verengt sich, und die Welt dreht sich. Dann—nichts.
***
Am nächsten Tag wache ich in Stille auf. Die Luft ist zu still und der Raum zu dunkel. Mein Körper fühlt sich merkwürdig an, schwer, wund und falsch.
Ein träger, widerwärtiger Rhythmus pulsiert tief in meinem Unterleib, roh und unerbittlich, als würde mein ganzes Wesen auseinandergerissen. Mein Magen verkrampft sich, Übelkeit steigt auf, verwandelt mein Inneres in einen Knoten.
Die Laken unter mir sind weich. Übermäßig weich, die Luft trägt einen verstörend reinen Duft.
Das ist nicht mein Bett.
Panik breitet sich in meiner Brust aus wie ein Lauffeuer. Ich reiße mich aufrecht, nur um auf einen brennenden, unerträglichen Schmerz zu stoßen. Meine Finger graben sich in die Laken, jeder Atemzug ein heiseres Flüstern des Schreckens.
Und dann—sehe ich es. Blut. Dunkelrot, die makellosen weißen Laken befleckend.
Mein Magen dreht sich um. Ich schnappe nach Luft, meine Hände zittern, als ich an meinem Kleid—oder was davon übrig ist—zerre.
Der Stoff reißt auseinander, klammert sich unsicher an meinen Körper. Meine Haut ist von Blutergüssen gezeichnet, dunkle Blüten, die sich über meine Oberschenkel, Arme und Rippen ausbreiten wie unheilvolle Tattoos.
Nein, nein, nein.
Meine Brust zieht sich zusammen, meine Lungen brennen vor Schmerz, und meine Gedanken wirbeln in einen chaotischen Wirbel. Die Bar. Der Whiskey. Er.
Aber danach—nichts. Die Ränder meiner Erinnerung sind schwarz, eine Leere, wo etwas sein sollte. Ein Schluchzen bildet sich in meiner Kehle, aber ich kann es nicht herauslassen. Ich kann nicht zusammenbrechen. Ich kann es mir nicht leisten, zusammenzubrechen.
Meine Finger krallen sich in die Laken, greifen nach dem unvermeidlichen, unerbittlichen Beweis, der in mein Fleisch geätzt ist.
Ich weiß nicht, was passiert ist.
Ich weiß nicht, wer das getan hat.

CEO Daddy, Our Son Was Stolen!
20 Kapitel
20
Inhalt

Speichern

My Passion
Genres
Über Uns
Für Autoren
Copyright © 2026 Passion
XOLY LIMITED, 400 S. 4th Street, Suite 500, Las Vegas, NV 89101