

Beschreibung
Ein Fest kront Aridas Aufstieg an Sorins Seite, dem Alpha der Obsidian Pines - bis ein Mitternachtsputsch unter der Fuhrung von Varek Sorin ermordet und Arida zur Gejagten macht. Verwundet und allein entkommt sie in den Wald, wo ein Fremder ihren todlichen Schlag aufhalt und die Wahrheit ausspricht, der sie sich verweigert: Er ist Riven, ihr vorherbestimmter Gefahrte und ein lang verstossener Wolf. Im Kampf ums Uberleben entsteht zogerliches Vertrauen. Verfolgt von Eiferern, die dem "Orden" verschrieben sind, kampfen, bluten und geraten sie in eine Bindung, die keiner von beiden leugnen kann. Ein Bote verbundeter Rudel offenbart, dass Hardik lebt und Widerstand sammelt. In einem versteckten Lager stellt sich Arida einer harteren Erkenntnis: Starke ohne Gnade wird zum Spiegelbild von Varek. Mit Riven an ihrer Seite und Hardiks Getreuen im Rucken fuhrt sie Uberfalle, die die Gezwungenen verschonen, die Schwachen schutzen und den Griff des Tyrannen zerschlagen. Als der Sieg kommt, weist Arida die Rache zuruck, bietet Amnestie und Reformen an. Indem sie Gerechtigkeit dem Zorn vorzieht, beweist sie sich als gute, mitfuhlende Anfuhrerin.
Kapitel 1
Nov 14, 2025
Aridas Perspektive
Das Lagerfeuer knistert zwischen uns und dem Nachthimmel. Musik vibriert durch die Lichtung, Trommeln schlagen im Takt meines Pulses. Ich stehe neben Sorin, sein silbernes Fell glänzt im Feuerschein, seine braunen Augen warm, als er meine Pfote drückt.
Um uns herum feiert das Rudel. Essen bedeckt jede Oberfläche. Lachen steigt und fällt wie Wellen. Kinder jagen sich zwischen den Erwachsenen, ihre Freudenschreie schneiden durch die tieferen Gespräche.
Ich bin glücklich. Zufrieden. Die beste Jägerin, die Obsidian Pines je gekannt hat—obsidianfarbenes Fell mit kalten blauen Augen, die Beute meilenweit verfolgen konnten—und irgendwie, auf wundersame Weise, habe ich meinen Gefährten in unserem zukünftigen Alpha gefunden.
Sorin beugt sich zu mir, sein Atem warm an meinem Ohr. "Du denkst schon wieder zu viel."
"Ich denke genau richtig," flüstere ich zurück.
"Du wartest darauf, dass etwas schiefgeht."
Er kennt mich zu gut. Ich drehe mich ganz zu ihm um. "Heute Nacht geht nichts schief."
"Versprochen?"
"Ich verspreche es."
Er grinst, jungenhaft und wunderschön, dann beißt er mir fast spielerisch in die Schulter. Sein silbernes Fell fängt das Feuerlicht ein, lässt ihn gegen die Dunkelheit beinahe ätherisch erscheinen. Ich schlage nach ihm, muss trotzdem lachen.
"Benehm dich. Dein Vater schaut zu."
Sorin richtet sich auf, wird wieder ernst. "Stimmt. Wichtige Rudelangelegenheiten."
Auf der anderen Seite der Lichtung erhebt sich Hardik. Der alte Wolf ist von jahrzehntelangen Kämpfen gezeichnet, sein Hinken ausgeprägt, als er in die Mitte tritt. Doch Kraft strahlt immer noch von ihm aus. Er hat seine Autorität durch endloses Blut und Weisheit verdient.
Sein Heulen durchschneidet jedes Geräusch. Die Trommeln verstummen. Gespräche brechen ab. Sogar die Insekten werden still.
Hardiks Stimme ist rau, aber sie trägt bis in jede Ecke des Waldes. "Heute ist ein großartiger Tag. Unser Fest ist nicht umsonst."
Das Rudel rückt näher zusammen, bildet einen engen Kreis um das Lagerfeuer.
"Ich bin seit vielen Jahren der Anführer des Stammes," fährt Hardik fort. "Und ich kann euch mit Gewissheit sagen, es braucht viele seltene und sogar einzigartige Eigenschaften. Mut, Stärke, Weisheit und—zuletzt, aber nicht weniger wichtig—Liebe."
Mein Herz hämmert. Das ist es.
"Mein Sohn hat sich den Respekt vieler verdient und sich in Kämpfen, im Rat und nun in seiner Hingabe bewiesen." Stolz färbt jedes Wort. "Ich könnte nicht stolzer sein, zu sagen, dass er sich diese Ehre und unsere Ehrfurcht wirklich verdient hat." Er hält inne, sein Blick findet Sorins. "Bitte, Sohn, komm."
Sorins Pfote drückt für einen Moment fester die meine, dann lässt er los. Er schreitet selbstbewusst vor, ganz der Alpha, als der er geboren wurde.
"Vor einem Jahr habe ich meine wahre Liebe gefunden." Sein Lächeln strahlt. Ich lächle zurück, kann nicht anders. Die Menge jubelt begeistert. "Sie war stärker, klüger, schlagfertiger und aufmerksamer als jeder andere, den ich getroffen habe. Es gibt keine Worte, um das Glück zu beschreiben, das ich empfand, als ich begriff, dass sie meine Gefährtin werden würde."
Meine Kehle schnürt sich vor Rührung zu.
"Dir habe ich alles zu verdanken, meine Arida," sagt Sorin, seine Augen fest auf meine gerichtet. "Alles, was mein Vater sagte, ist wahr. Ich habe es mir verdient. Aber du auch—und noch früher als ich."
Warte.
"Und so ernenne ich dich nicht nur zur Luna, sondern zur Alpha unseres Rudels. Jäger und Jägerin vereint."
Stille bricht über die Lichtung herein wie etwas Greifbares.
Ich halte den Atem an. Alpha? Nicht Luna. Alpha.
Die Menge starrt. Manche Münder stehen offen. Andere wechseln unsichere Blicke.
Dann beginnt jemand zu klatschen. Andere stimmen ein, und der Applaus schwillt an. Nicht alle sind begeistert, aber sie klatschen. Sie akzeptieren es.
Zufriedenheit rauscht wie Feuer durch mich. Endlich. Anerkennung für das, was ich schon immer war. Die beste Jägerin. Die stärkste Kriegerin. Die rechtmäßige Alpha.
Ich trete mit erhobenem Kopf vor. Das ist alles, was ich mir verdient habe. Jede Jagd. Jeder Sieg. Jeder Moment, in dem ich mich als überlegen erwiesen habe.
Ich hebe meine Pfote hoch, lasse das Feuerlicht auf meinem obsidianfarbenen Fell tanzen. "Für Obsidian Pines!"
"Für Obsidian Pines!" Das Rudel antwortet mit unterschiedlich starker Begeisterung, aber ich nehme es kaum wahr. Sie werden folgen. Tun sie immer.
Sorins Hand findet wieder meine. Er beugt sich vor. "Du hast es verdient."
"Ich weiß." Ich grinse ihn an, wild und frei. "Wir werden unaufhaltsam sein."
"Zusammen."
Hardik klopft Sorin auf die Schulter, dann umarmt er mich. "Du hast es dir verdient, Jägerin. Führe sie gut."
"Ich werde," verspreche ich. Kein Zweifel in mir.
Das Fest geht weiter. Musik. Tanz. Festmahl. Rudelmitglieder kommen, um zu gratulieren. Manche wirken wirklich glücklich. Andere sind zurückhaltender, aber das ist ihr Problem. Bald werden sie sehen, dass ich die Anführerin bin, die sie brauchen.
Einige Wölfe halten Abstand, kauern sich in kleinen Gruppen zusammen. Wahrscheinlich die Traditionalisten, die keinen Wandel vertragen. Sollen sie schmollen. Stärke spricht lauter als ihr Flüstern.
Stunden später entkommen Sorin und ich endlich in unsere Hütte. Kaum fällt die Tür hinter uns ins Schloss, ziehe ich ihn an mich.
"Heute Nacht war perfekt," sage ich.
"Du warst perfekt." Er küsst meine Stirn. "Du bist jetzt eine Alpha. Meine Gleichgestellte. Alles, was ich dir versprochen habe."
"Wir werden alles verändern." Energie vibriert immer noch in mir. "Keine veralteten Regeln mehr. Kein Zurückhalten der Stärksten, nur weil sie weiblich sind."
"Das Rudel wird unter unserer Führung gedeihen," stimmt Sorin zu. Seine Arme schließen sich fest um mich. "Ich liebe dich, Arida."
"Ich liebe dich auch."
Wir fallen ins Bett, erschöpft, aber aufgewühlt. Sorins Atem wird schnell ruhig. Ich liege länger wach, der Kopf voller Pläne. Strategien. Wege, jedem Zweifler zu beweisen, dass ich genau hierher gehöre.
Die Geräusche des Waldes dringen durchs Fenster. Vertraut. Sicher. Zuhause. Ich schließe die Augen, ein Lächeln auf den Lippen. Schließlich holt mich der Schlaf auch ein.
Ich erwache beim Klang von splitterndem Holz.
Meine Augen reißen auf. Die Tür hängt schief, halb aus den Angeln gerissen. Das Fenster zerspringt nach innen, Glas sprüht über den Boden.
Sorins Schrei zerreißt die Dunkelheit.
Ich stürze zu ihm, doch Hände packen mich von hinten. Mehrere. Sie reißen meine Arme zurück, schlagen mich mit dem Gesicht aufs Bett.
"Sorin!" schreie ich.
Er liegt auf dem Boden. Drei Wölfe umringen ihn. Treten. Kratzen. Ich sehe, wie einer ihm den Fuß in die Rippen rammt. Das Knacken hallt wider.
"Hört auf!"
Weitere Hände halten meine Beine fest. Ich winde mich, werfe mich, versuche sie abzuschütteln. Jemandes Gewicht drückt auf meinen Rücken, presst mir die Luft aus den Lungen.
Sorins Augen suchen meine über den blutbespritzten Boden hinweg. Braun. Wunderschön. Sterbend.
Er versucht zu sprechen. Aber Blut perlt von seinen Lippen statt Worten.
"Sorin!"
Das kann nicht sein. Nicht nach allem. Nicht heute Nacht.
Die Angreifer hören nicht auf. Sie schlagen weiter auf ihn ein. Fügen ihm weiter Schmerzen zu.
Bringen ihn weiter um.
Und ich kann nichts tun, außer zuzusehen.

From Luna to Alpha
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