

Beschreibung
Als Kira ihren Gefahrten wahrend ihrer Laufigkeit mit einer anderen Frau erwischt, glaubt sie, das Schlimmste sei geschehen. Doch dann weist er sie offentlich zuruck, und sie erkennt, dass sie die Grenzen des Rudels nicht verlassen kann, selbst wenn sie es will. Gefangen in einem Rudel, das sie hasst, dienend dem Gefahrten, der sie verstossen hat, unfahig sich zu verwandeln - das wolfslose Madchen, das sich nicht verteidigen kann, muss einen Weg finden, zu uberleben. Aber Kira ist fertig damit, gebrochen zu sein. Und sie ist bereit zu beweisen, dass manche Kafige niemals dazu gedacht waren, sie festzuhalten.
Kapitel 1
Apr 25, 2026
[Kiras Perspektive]
Die Hitze trifft mich wie ein Fiebertraum während des Fests der Schatten.
Sie beginnt als Flüstern unter meiner Haut—eine sanfte Wärme, die sich durch meine Glieder, meine Brust zieht und sich tief in meinem Bauch sammelt. Dann entzündet sie sich. Mein Blut verwandelt sich in flüssiges Feuer, brennt durch jede Ader, bis ich nach Luft schnappe, die mich doch nicht kühlt.
Das Kleid klebt an meiner schweißnassen Haut, die Seide schmiegt sich an meinen Körper wie Phantomfinger. Zu eng. Zu empfindlich.
Jeder Atemzug, jede Bewegung, jeder Hauch von Stoff fühlt sich an wie eine Liebkosung, die ich nicht will, aber verzweifelt, verzweifelt brauche.
Die heiligen Trommeln pulsieren durch die Lichtung—ein tiefer, urtümlicher Rhythmus, der zum hektischen Schlagen meines Herzens passt. Um mich herum feiern Rudelmitglieder mit wildem Übermut, ihre Gesichter verschwimmen zu einem Meer aus Zähnen, Augen und Gelächter.
Aber ich kann mich auf keinen von ihnen konzentrieren. Alles, woran ich denken kann, ist er.
Theron. Mein Gefährte. Mein Alpha.
Ich dränge mich durch die Menge, meine Beine wanken, suche nach dieser vertrauten, breitschultrigen Silhouette. Er wird mir helfen. Er muss.
Das Gefährtenband spannt sich zwischen uns wie ein hauchdünner Faden—so dünn, dass ich manchmal glaube, es existiert gar nicht, dass ich mir alles nur eingebildet habe.
Ich habe unser Band nie wirklich, nie vollkommen gespürt. Vielleicht stimmt etwas nicht mit mir, vielleicht liegt es daran, dass ich mich nie gewandelt habe.
Aber sicher fühlt er das. Sicher weiß er, dass seine Gefährtin brennt, zerbricht, braucht.
Der Hain liegt jenseits des Festes, verborgen unter uralten Bäumen. Die Präsenz meines Wolfes regt sich in meinem Geist, wimmert, drängt mich vorwärts mit einer Dringlichkeit, die an Panik grenzt.
Taumelnd gehe ich weiter, mein Blick verschwimmt. Da höre ich es.
„Oh, Theron!“ Ein kehliges, atemloses Stöhnen einer Frau, sanft und zufrieden. Dann seine Stimme—dieses tiefe, grollende Knurren, das ich besser kenne als meinen eigenen Herzschlag. „Langsam, ja? Oh, ja…“
Meine Füße bleiben stehen. Meine Lungen setzen aus.
Ich sollte nicht hinsehen. Jeder Instinkt in mir schreit, dass ich umdrehen, weggehen soll. Dass ich mir die letzte zerbrechliche Hoffnung bewahren soll, an die ich mich klammere. Aber mein Körper gehorcht nicht.
Schritt für qualvollen Schritt gehe ich weiter, bis ich die Lücke zwischen den Bäumen erreiche.
Und ich sehe sie.
Theron presst Celeste gegen die älteste Eiche. Ihre Beine sind um seine nackte Taille geschlungen, ihr Kleid ist um ihre Hüften zusammengerafft. Ihr Kopf ist ekstatisch nach hinten geworfen, kastanienbraunes Haar fällt herab, während er sich gegen sie bewegt. In sie hinein.
Seine Hand vergräbt sich in diesen seidigen Strähnen, genau so, wie ich mir erträumte, dass er mich noch einmal berühren würde. Sein Mund ist an ihrem Hals, beansprucht sie auf die wichtigste Art.
Die Welt kippt zur Seite, und mir wird übel vor Schmerz.
Als Therons Augen über ihre Schulter meine treffen, bleibt die Zeit stehen. Mein Herz bleibt stehen. Alles bleibt stehen.
Für einen angehaltenen Herzschlag starren wir uns nur an. Ich warte darauf, dass Schock über sein Gesicht huscht. Oder Schuld. Oder irgendetwas—irgendetwas, das zeigt, dass es ihm etwas bedeutet. Dass ich etwas bedeute.
Stattdessen verhärtet sich sein Blick zu Stein.
Er hört nicht auf. Wird nicht einmal langsamer, stößt nur noch schneller und härter in sie.
Und ich renne einfach.
Mein Wolf heult in meinem Schädel—ein Laut von solcher Qual, dass meine Sicht von Tränen verschwimmt. Ich kann sie hören, mit ihr sprechen, aber ich kann mich nicht wandeln. Kann mich nicht in etwas Starkes und Schnelles verwandeln, um diesem Albtraum zu entkommen.
Ich bin in diesem schwachen, menschlichen Körper gefangen, während mein Herz in Stücke zerbricht, die sich nie wieder zusammenfügen lassen.
Das Fest rückt wieder in meinen Fokus, aber alles hat sich verändert. Oder vielleicht sehe ich es jetzt endlich klar. Rudelmitglieder beobachten mich mit wissenden Grinsen, ihre Augen glänzen vor boshafter Befriedigung.
Sie wussten es. Sie alle wussten es.
"Schaut euch die gebrochene 'auserwählte Luna' an", höhnt jemand zu meiner Linken. "Kann sich nicht mal wandeln. Was für einen Gefährten hat unser Alpha da wohl abbekommen?"
Mein Läufigkeitsduft verstärkt sich mit meinem Kummer, rollt in Wellen von mir ab. Entsetzt sehe ich, wie unverpaarte Männchen die Köpfe heben, Nüstern bebend.
Ihre Augen folgen mir wie Raubtiere, die verwundete Beute wittern. Sie kommen näher, bilden einen lockeren Kreis, und mein Wolf knurrt eine Warnung, die ich nicht aussprechen kann.
"Wolflose Schlampe in der Hitze", lacht eine verpaarte Frau, ihren Arm besitzergreifend um ihren Gefährten geschlungen. "Wahrscheinlich sucht der Alpha deshalb woanders. Wer will schon eine Luna, die kaum mehr als ein Mensch ist?"
Die Menge teilt sich plötzlich, und Theron schreitet hindurch, Celeste an seiner Seite. Sie strahlt, ihr Haar ist perfekt zerzaust, die Lippen geschwollen.
Er zieht sie enger an sich, seine Hand umfasst ihre Taille mit lässigem Besitzanspruch, und mein Wolf schreit.
"Rudel", Therons Stimme dröhnt mit Alpha-Befehl, bringt die Gespräche zum Verstummen. Seine Augen finden meine über die Lichtung und halten meinen Blick fest. "Ich präsentiere euch meine gewählte Luna. Celeste vom Silbermondblut wird an meiner Seite stehen, meine Erben gebären und unsere Frauen anführen."
Das Rudel bricht in Jubel und Heulen aus. Celeste sonnt sich darin, drückt Theron einen Kuss auf den Kiefer, der mir den Magen umdreht.
Mein Wolf heult, heult und heult. Ein Laut, den nur ich hören kann, weil ich zu gebrochen bin, um sie hinauszulassen, zu schwach, um ihr Gestalt zu geben.
Ich muss weg. Jetzt.
Bevor ich ganz zerbreche. Bevor meine Hitze mich zu etwas Verzweifeltem treibt.
Ich drehe mich um und renne zu den Grenzen, mein Körper schreit vor Verlangen, Schmerz und Demütigung. Der Wald rauscht an mir vorbei, Äste reißen an meinem Kleid, zerfetzen den Stoff.
Es ist mir egal. Ich muss nur weg von hier.
Eine Hand packt mein Handgelenk und reißt mich brutal zum Stehen. Garrett, einer von Therons Kriegern, grinst mich mit grausamer Genugtuung an. Seine Finger graben sich so fest ein, dass es blaue Flecken hinterlässt, und ich spüre, wie in mir etwas zerbricht.
"Weißt du noch, als du dachtest, du würdest unsere Luna werden?" Sein Atem stinkt nach vergorenem Honigwein. "Bevor du Theron erwischt hast, wie er mit dieser Späherin zugange war? Selbst dein Wolf wusste, du bist nicht gut genug."
Die Worte detonieren in meiner Brust.
"Lass mich los," würge ich hervor, Tränen strömen mir übers Gesicht.
Er stößt mich los, sodass ich strauchle. Aber ich blicke nicht zurück, ich renne einfach weiter.
Die Grenze ruft mich wie Erlösung—diese unsichtbare Linie, an der das Rudelgebiet endet und der Rest der Welt beginnt. Ich kann gehen. Woanders neu anfangen, wo niemand das wolflose Mädchen kennt, das ihren Gefährten verloren hat, bevor sie ihn je wirklich hatte.
Doch ich pralle mit voller Wucht gegen die Barriere.
Schmerz explodiert auf meiner Haut, als hätte man mich in Brand gesetzt. Alte Magie knistert durch mich, und ich schreie, während sich Symbole in meine Handgelenke brennen. Komplexe, leuchtende Zeichen, die brennen und brennen und brennen.
Ich werfe mich wieder gegen die unsichtbare Wand, kratze verzweifelt daran, aber sie weicht nicht.
Nein… nein, nein, nein. Ich bin gefangen!
"Schon auf dem Sprung, Liebling?"
Therons Stimme verwandelt mein Blut gleichzeitig in Eis und Lava. Meine Hitze flammt bei seiner Nähe auf—sein Duft nach Kiefer und Gewitter durchströmt meine Sinne. Mein Körper reagiert, obwohl mein Geist sich abstößt, und ich hasse mich dafür.
Mit raubtierhafter Geschmeidigkeit drängt er mich gegen einen Baum, umschließt mich mit seinen Armen. So nah rieche ich sie an ihm.
Celestes Jasminöl gemischt mit seinem Schweiß und Moschus.
"Was hast du mir angetan?" Ich deute auf die brennenden Male an meinen Handgelenken, meine Stimme bricht.
"Nicht ich, Liebling. Deine Eltern haben das vor langer Zeit getan." Sein Lächeln ist grausam, während seine Hand sanft spöttisch meine Kieferlinie nachzieht. Ich schaudere, hin- und hergerissen zwischen verzweifelter Sehnsucht und tiefster Abscheu. "Du bist an mein Land gebunden. Das warst du schon immer."
"Ich verstehe nicht…"
"Du wirst es."
Er beugt sich vor, sein Atem heiß an meinem Ohr, und meine Hitze schießt so heftig durch mich, dass ich fast zusammenbreche. Seine Hand gleitet zu meinem Hals, nicht zupackend, nur ruhend—eine Erinnerung an seine Macht.
"Du weißt, ich könnte dir bei deiner... Verfassung helfen." Sein Daumen zeichnet träge Kreise über meinen Puls, und mein verräterischer Körper drängt sich ihm entgegen. "Noch eine letzte Runde, um der alten Zeiten willen?"

Reject Me Twice
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