

Beschreibung
Nach einem verheerenden Verrat, der alles zerstort, woran er in Bezug auf seinen Platz in der Welt geglaubt hatte, flieht Atlas aus seinem Rudel - mit nichts als seinem Uberlebenswillen. Seine verzweifelte Flucht fuhrt ihn in das Territorium von Alpha Draven - einem gnadenlosen Anfuhrer, der dafur bekannt ist, Streunern keinerlei Gnade zu zeigen. Doch anstelle des Todes bietet Draven Atlas etwas Unerwartetes: eine Chance. Wahrend Atlas darum kampft, sich in diesem gefahrlichen neuen Rudel zu beweisen, muss er sich seiner schmerzhaften Vergangenheit stellen und gleichzeitig einer unbestreitbaren Anziehung zu dem finsteren Alpha nachgeben, der ihn eigentlich hatte toten sollen. Doch als die Geister aus Atlas' fruherem Leben Jagd auf ihn machen, muss er sich entscheiden: Will er erneut fliehen, oder kampft er endlich fur die Zukunft, die er verdient?
Kapitel 1
May 9, 2026
[Atlas’ Sicht]
Ich saß am Rand des Sofas und machte mich so klein wie möglich, während Dominics Stimme den Raum erfüllte. Er erzählte wieder einmal von seiner letzten Trainingseinheit – und unsere Eltern hingen an jedem seiner Worte, als würde er eine Prophezeiung verkünden.
„Du bist so begabt, Dominic“, sagte Mutter, ihr Lächeln strahlend auf eine Weise, wie ich es nie erlebt hatte. „Du bist alles, was ein zukünftiger Alpha sein sollte.“
Vater nickte, Stolz funkelte in seinen Augen. „Dominic hat so eine natürliche Anmut. Er ist praktisch dazu bestimmt, Alpha zu werden.“
Dominic warf sein goldenes Haar zurück, ein zufriedenes Grinsen huschte über sein Gesicht.
Er wusste genau, was er tat. Das war nicht einfach ein Gespräch – es war eine Aufführung.
„Jeder könnte so gut sein, wenn er so viel übt“, sagte ich leise, die Worte entwischten mir, bevor ich sie zurückhalten konnte.
Der Raum wurde still. Mutters Lächeln versteifte sich, während Vaters Kopf sich langsam zu mir drehte, sein Ausdruck verdüsterte sich. Sein spöttisches Schnauben schnitt scharf durch die Luft.
„Nein, Atlas. Dafür braucht es Talent. Echtes Talent.“ Seine Augen ruhten schwer enttäuscht auf mir. „Vielleicht solltest du dich mehr anstrengen. Lerne von deinem Bruder.“
Die Worte sanken wie Steine in meine Brust. Ich biss mir auf die Zunge und schluckte die bittere Scham hinunter.
Wie oft hatte ich das schon gehört?
Wie oft hatte man mir gesagt, ich wäre nicht genug?
Dominic beugte sich näher, seine Stimme triefte vor falscher Süße. „Vielleicht wärst du in irgendwas gut, wenn du nicht so viel Tagträumen würdest.“
Ich blieb still, aber mein Kopf wirbelte mit Erinnerungen, die ich am liebsten vergessen hätte.
Dominic, wie er sich nachts in mein Zimmer schlich, Seiten aus meinen Tagebüchern riss. Die grausamen Zettel, die er hinterließ: ‚Du bist wertlos. Niemand wird dich je wollen.‘
Er war immer der bessere Sohn gewesen.
Das Goldkind. Der Schöne. Der Starke.
Sein schmutzig-blondes Haar schimmerte wie gesponnenes Gold, seine stechend blauen Augen zogen überall die Aufmerksamkeit auf sich.
Ich war nur sein fahler Abklatsch – weiches, silbrig-blondes Haar, das im Mondlicht glänzte, ein halbmondförmiges Muttermal an meiner Wange, über das Dominic mich endlos verspottete.
„Mondgezeichnet“, höhnte er. „Wie passend für jemanden, den alle vergessen.“
„Hässlich“ folgte mir wie ein Schatten mein ganzes Leben lang.
An jenem Abend schlich ich mich aus dem Familienzimmer hinaus in die kühle Nachtluft, verzweifelt auf der Flucht. Doch während ich unter den Sternen entlangging, veränderte sich etwas in meiner Brust – ein Funken Hoffnung verdrängte den vertrauten Schmerz.
Ich hatte es schon seit Jahren gespürt. Ein Ziehen, tief und magnetisch, das wie ein zweiter Herzschlag unter meiner Haut vibrierte. Es musste etwas bedeuten.
Vielleicht war wirklich hier, im Midnight Crest Rudel, mein bestimmter Gefährte und wartete auf mich.
Vielleicht war es tatsächlich Evan.
Der Mann, der freundlich war, als alle anderen mich ignorierten. Der Mann, der mein Freund war – der einzige Freund, den ich je hatte. Es sollte so sein.
Der Gedanke wärmte mich von innen heraus. Meine Lippen verzogen sich zu einem kleinen, heimlichen Lächeln, als ich es mir vorstellte – ein Leben, in dem sich endlich jemand für mich entschied. In dem ich gewollt wurde. Geliebt. In dem ich jemandem etwas bedeutete, so wie ich es nie meiner eigenen Familie bedeutete.
An dieser Hoffnung hielt ich die nächsten zwei Tage fest und klammerte mich daran wie an einen Rettungsring.
Bald wird er wieder hier sein, bald werde ich ihn treffen.
Bald werde ich bei meinem zukünftigen, bestimmten Gefährten sein.
Der Hauptraum des Rudels summte vor Energie, als ich eintrat, mein Herz pochte heftig gegen meine Rippen. Und dann sah ich ihn.
Evan stand nahe der Mitte des Raumes – breitschultrig, stark, mit einer stillen Selbstsicherheit, die alle um ihn herum kleiner erscheinen ließ. Kurze, kastanienbraune Locken fielen ihm auf die Stirn, luden dazu ein, die Finger hindurchzugleiten, während warme braune Augen die Menge absuchten.
Ich hatte ihn immer nur aus der Ferne bewundert, zu ängstlich, um dem Betasohn Schande zu bereiten, indem ich als das Rudel-Untier in seiner Nähe war – ich.
Er ist ein Jahr älter als Dominic und ich, unsere Familien standen sich nahe, also waren wir beim Aufwachsen ständig miteinander verbunden. Ich konnte nie unerwähnt lassen, wie sicher er sich bewegte, wie seine seltenen Lächeln sich wie Sonnenstrahlen durch Wolken anfühlten.
Meine Brust zog sich zusammen, als mir das Vertraute auffiel.
Er gehört mir.
Das Ziehen, das ich seit Jahren spürte, hatte ein Gesicht, einen Namen, einen Sinn. Das Band summte zwischen uns – tat es das nicht? Warm und hell und richtig, wie Puzzleteile, die endlich ineinander passen.
Mein Wolf regte sich in mir, Hydes Präsenz strich wie Bestätigung an meinem Bewusstsein vorbei. Doch bevor ich mich bewegen, bevor ich überhaupt atmen konnte, ertönte eine vertraute Stimme.
„Evan! Da bist du ja.“
Dominic tauchte an Evans Seite auf, schlang seinen Arm mit geübter Leichtigkeit um ihn. Mein Bruder beugte sich nahe heran, flüsterte etwas, das Evan leise zum Lachen brachte. Dann legte Evan seinen Arm fest und besitzergreifend um Dominics Taille.
Ich erstarrte augenblicklich.
Noch nie hatte ich die beiden so eng miteinander gesehen.
„Evan?“ Meine Stimme kam zitternd heraus, kaum hörbar über den Lärm im Saal.
Er blickte auf, sein Ausdruck höflich, aber distanziert.
„Atlas“, sagte er knapp, nickte einmal, bevor er sich wieder Dominic zuwandte.
Dominics Lippen verzogen sich zu einem grausamen Lächeln, seine Augen trafen meine mit räuberischer Genugtuung.
„Oh, Atlas, wusstest du das nicht?“ Er fuhr langsam mit den Fingern über Evans Brust, absichtlich und besitzergreifend. „Evan und ich… wir haben gerade über unsere Zukunft gesprochen. Sieht so aus, als wäre er mein Gefährte.“
Die Worte trafen mich wie ein körperlicher Schlag, raubten mir den Atem.
„Nein“, flüsterte ich, schüttelte den Kopf. „Du kannst nicht… Er gehört mir.“
Dominics Blick wurde messerscharf, sein Grinsen noch kälter. „Deiner?“ wiederholte er mit einem leisen, spöttischen Lachen. Seine Augen glitten abschätzig über mich. „Dachtest du wirklich, jemand wie er würde dich wollen?“
Evan sagte nichts. Widersprach ihm nicht. Schaute mich nicht einmal an. Sein Arm blieb fest um Dominics Taille geschlungen.
Und alles, woran ich geglaubt hatte, ging in Flammen auf.

The Alpha Mate
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