

Beschreibung
Francesca wurde in den Adel hineingeboren, doch die Armut macht sie zu einer Verhandlungsmasse. Von ihrem eigenen Vater an Konig Cassian verkauft, wird sie wie Eigentum an den Palast ausgeliefert, dazu bestimmt, als Dienerin und Spielzeug des Konigs zu leben. In der Nacht, in der sie zu ihm gebracht wird, trifft Francesca eine verzweifelte Entscheidung: Sie sturzt sich aus einer rasenden Kutsche und verschwindet im sturmischen Wald, bereit, fur die kleinste Chance auf Freiheit sogar den Tod zu riskieren. Halb erfroren und von Wolfen gejagt, folgt sie einem seltsamen, warmen roten Faden, der plotzlich auf ihrem Handgelenk erscheint - einem Faden, der sie zu etwas zu ziehen scheint, das in der Dunkelheit auf sie wartet. Tief in einer von Fackeln erleuchteten Hohle findet Francesca das Unmogliche: einen eisernen Kafig, bedeckt mit Runen... und einen Mann mit wilden goldenen Augen. Wilhelm, der gefangene Prinz der Lykaner, ist seit zehn Jahren hier eingesperrt. Er behauptet, die Mondgottin habe Francesca zu ihm geschickt - sie sei seine vorherbestimmte Gefahrtin - und bittet sie flehentlich, ihn zu befreien. Entgegen jeder Vernunft vertraut Francesca dem Band, das zwischen ihnen auflodert. Sie bricht das Schloss auf, befreit ihn und in der Geborgenheit der Hohle geben sie sich einer Leidenschaft hin, die sich wie Schicksal selbst anfuhlt. Doch das Schicksal ist grausam. Francesca wird zuruck in Cassians Schloss gezerrt, wo ihr kurzer Vorgeschmack auf Freiheit zu einem Geheimnis wird, das sie um jeden Preis verbergen muss. Monate spater bringt sie einen Sohn zur Welt, Luka, und Cassian stiehlt das Kind und erklart ihn zum koniglichen Erben. Francesca ertragt das Leben als Dienerin, mit unter grauen Armeln verborgenen blauen Flecken, und uberlebt nur, weil ihr Sohn irgendwo hinter diesen Mauern ist. Der rote Faden des Schicksals fuhrt Wilhelm zuruck zu Francesca. Er sturmt in Cassians Gemacher, fest entschlossen, sowohl seine Gefahrtin als auch seinen Thron zuruckzufordern. Nun ist Francesca zwischen zwei Konigen gefangen - dem einen, der sie durch Macht und Gewalt besitzt, und dem anderen, der sie durch Schicksal und Feuer beansprucht. Wahrend Wilhelm versucht, den Thron zuruckzuerobern, der ihm gestohlen wurde, weigert sich Cassian, entweder sein ,,Eigentum" oder den Jungen, den er seinen Erben nennt, aufzugeben. Und als Luka schliesslich die Wahrheit uber sein Blut erfahrt, steht das Konigreich am Rande eines Krieges. In einer Welt voller koniglicher Werwolfe, Fluche und Bestimmung muss Francesca fur das Einzige kampfen, das zahlt: ihre Freiheit... ihren Gefahrten... und ihren Sohn.
Kapitel 1
Feb 27, 2026
POV: Francesca
Die Kutsche ratterte, als würde sie selbst vom Tod verfolgt werden, die Räder hämmerten über den ausgefahrenen Waldweg, die Laternen schwangen wild an den Ecken. Jeder Stoß schickte eine neue Welle der Übelkeit durch mich hindurch. Ich saß auf der schmalen Bank, die behandschuhten Hände verkrampft im Schoß, den Rücken nur deshalb gerade, weil ich fürchtete, ganz zu zerbrechen, wenn ich mich nur ein wenig beugte.
Die Samtkissen, einst tief königsblau, waren vom Alter abgenutzt und dünn. Sie waren feiner, als alles, was meine Familie jetzt besaß, und doch fühlten sie sich wie Fesseln an. Gegenüber von mir lag eine mit Leder bezogene Truhe, geprägt mit dem Siegel des Königs, als wollte sie mich daran erinnern, dass ich längst beansprucht worden war.
Ich trug ein schlichtes Reisegewand aus brauner Wolle, so oft geflickt, dass die Nähte wie Narben wirkten. Keine Juwelen. Kein Wappen. Nichts, was mich als Tochter eines Adelsgeschlechts auszeichnete—was von unserer Noblesse noch übrig war, hatte man Stück für Stück verkauft, bis nur noch mein Name blieb. Und heute Nacht, selbst dieser war eingetauscht worden.
Mein Spiegelbild starrte mir aus dem dunklen Glas des Kutschenfensters entgegen. Blasse Haut. Eingefallene Wangen. Augen, zu groß für mein Gesicht, glänzend vor ungeweinten Tränen. Ich erkannte mich kaum wieder.
Niemand würde mich vermissen.
Ich war schon lange eine Außenseiterin, bevor mein Vater beschloss, mich zu verkaufen. Zu still und zu sonderbar. Eine Wölfin, die ihren Wolf nie richtig spürte, die kein Interesse, keine Allianzen, keinen Vorteil weckte. In einer Welt, in der Töchter Währung waren, war ich stets eine schlechte Investition gewesen.
Die Stimme meines Vaters hallte in meinem Kopf wider, scharf und kalt, als stände er noch immer über mir in der Halle unseres verfallenden Anwesens.
„Sei dankbar“, hatte er gesagt. „Der König selbst will dich.“
Ich schloss die Augen fest, doch die Worte ritzten sich nur tiefer ein.
Mein Vater hatte mich an König Cassian als Sklavin verkauft. Um seine Schulden zu begleichen.
Die Kutsche schlingerte erneut, jetzt schneller, der Kutscher trieb die Pferde an, während der Wald sich um uns verdichtete. Riesige Kiefern drängten sich dicht an den Weg, ihre Äste kratzten am Himmel. Der Mond war hinter schweren Wolken verborgen, und die Luft roch nach Regen und nasser Erde.
König Cassian. Schon der Name ließ mir den Magen verkrampfen.
Jeder kannte die Geschichten. Wie er vor Jahren den Thron an sich gerissen und der wahre Lykaner-Prinz spurlos verschwand. Wie jene, die Cassians Herrschaft in Frage stellten, fortgeschleppt wurden und nie wieder gesehen. Seine Diener flüsterten von blauen Flecken und Schreien hinter Palasttüren.
Ich hatte genug gehört, um zu wissen, was mich erwartete.
Ich presste meine Stirn gegen das Glas, mein Atem beschlug die Oberfläche. Der Wald flog vorbei, dunkel und endlos.
Wenn ich in dieser Kutsche blieb, würde mein Leben enden, bevor es wirklich begann.
Etwas in mir verhärtete sich, eine stille, verzweifelte Entschlossenheit stieg durch die Angst empor. Ich war mein ganzes Leben lang gehorsam gewesen. Still und fügsam. Und es hatte mich hierhergebracht—eingewickelt in Wolle und wie Vieh verkauft.
Nein! Ohne mir Zeit zum Nachdenken zu lassen, sprang ich auf. Meine Finger schlossen sich um den Messinggriff der Kutschentür.
Der Kutscher schrie erschrocken auf, seine Stimme durch die Wände gedämpft.
„Fräulein! Was machen Sie—“
Ich riss die Tür auf. Kalte Luft und Regen schlugen mir entgegen. Die Straße rauschte als Schlamm- und Steinstrom vorbei. Einen furchterregenden Herzschlag lang zögerte ich, starrte in die Dunkelheit jenseits der Räder.
Dann sprang ich. Der Aufprall raubte mir den Atem. Schmerz explodierte in Schulter und Hüfte, als ich auf den Boden krachte und hilflos einen schlammigen Hang hinunterrollte.
Zweige rissen an meiner Haut. Steine schlugen mir blaue Flecken in die Rippen. Die Welt drehte sich, bis ich Himmel und Erde nicht mehr unterscheiden konnte.
Als ich endlich zum Stillstand kam, lag ich keuchend da, Brustkorb brennend, Regen peitschte mir wie eiskalte Nadeln ins Gesicht.
Die Kutsche donnerte über mir hinweg. Ich hörte den Kutscher nach den Pferden schreien, das hektische Knallen der Zügel—doch sie hielten nicht an. Das Geräusch verklang schnell, verschluckt vom Sturm und dem Wald.
Ich lachte schwach, der Laut ging in ein Schluchzen über. Ich lasse mich nicht kampflos unterkriegen! Mein Vater hat hohe Schulden, aber ich weigere mich, ein Faustpfand zu sein.
Es kostete mich alles, mich aufzurichten. Mein Kleid war zerstört, durchnässt und von Schlamm verkrustet. Meine Handflächen brannten, wo die Haut aufgerissen war. Ein Knöchel schrie auf, als ich Gewicht darauf legte, doch er hielt.
Ich zog den dünnen Schafspelzmantel fester um die Schultern, das abgenutzte Futter hielt die Kälte kaum ab. Der Regen wurde stärker, tränkte mein Haar, bis es an Gesicht und Nacken klebte. Jeder Schritt jagte einen neuen Schmerz durch meinen Körper, trotzdem zwang ich mich tiefer in den Wald, weg von der Straße, weg von dem Leben, das für mich bestimmt war.
„Wenn ich keinen Unterschlupf finde, erfriere ich“, murmelte ich, die Zähne klapperten schon.
Der Gedanke hätte mir mehr Angst machen sollen, als er tat. Der Tod wäre wenigstens mein eigener.
Ein langer, klagender Laut stieg durch den Regen. Ich erstarrte.
Ein weiteres Heulen antwortete, diesmal näher, der Klang durchschnitt den Sturm mit erschreckender Klarheit. Wölfe.
Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. Ich drehte mich langsam im Kreis, spähe durch die Schatten zwischen den Bäumen. Der Wald schien sich zu verdichten, jedes Rascheln plötzlich verdächtig.
Jagen sie mich? Hatten Cassians Männer schon Hunde auf mich angesetzt?
Mein Atem ging flach und schnell. Ich presste eine Hand auf meine Brust, versuchte mich zu beruhigen—und schnappte nach Luft.
Ein dünner roter Faden lag um mein Handgelenk geschlungen.
Ich starrte ihn an, überzeugt, dass die Angst mich nun endgültig wahnsinnig gemacht hatte. Langsam, zitternd, streckte ich die andere Hand aus und berührte ihn.
Wärme breitete sich unter meinen Fingern aus. Nicht eingebildet. Nicht flüchtig. Der Faden pulsierte sanft, wie ein lebendiges Wesen, jeder Schlag hallte in meinen Adern wider.
Er zog sich von mir fort, glitt zwischen die Bäume, leuchtete schwach gegen die Dunkelheit.
„Was… ist das?“ flüsterte ich.
Der Faden zog, nur ganz leicht, drängend, nicht zwingend. Eine seltsame Ruhe legte sich über mich, linderte die Panik in meiner Brust. Wohin auch immer er führte, es fühlte sich… sicher an. Als hätte er die ganze Zeit auf mich gewartet.
Die Heuler ertönten erneut, jetzt noch näher.
Ich schluckte und richtete meinen Blick auf den vom Faden markierten Waldpfad. Mein Herz pochte vor Angst, doch darunter regte sich etwas anderes—Neugier, Hoffnung, ein Sog, den ich nicht erklären konnte.
Ich zog meinen Mantel enger und hinkte einen Schritt voran. Dann noch einen.
Gebannt und zitternd folgte ich dem Faden in die Tiefen des Waldes, ohne zu ahnen, dass ich mit jedem Schritt einem Schicksal entgegenging, das weitaus gefährlicher—und weitaus mächtiger—war als jenes, dem ich gerade entkommen war.

The King’s Servant, The Alpha’s Queen
30 Kapitel
30
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