
Beschreibung
Piper Blackwood ist in einer zerfallenden Ehe mit Jasper gefangen, ihrer Jugendliebe. Als Pipers lang gehutetes Geheimnis uber ihre Tochter Lily ans Licht kommt - Lily ist nicht biologisch Jaspers, sondern das Ergebnis einer vergangenen Affare mit Jaspers ehemals bestem Freund - zerbricht ihre fragile Welt. Die Dinge verschlimmern sich, als Jaspers Ex-Freundin Autumn wieder auftaucht und alte Gefuhle wieder entfacht. Wahrend sich die Wahrheit entwirrt, mussen Piper, Jasper und Noah Verrat, Vergebung und die komplizierten Dynamiken des gemeinsamen Elternseins navigieren, wahrend sie versuchen, Lily vor den Auswirkungen ihrer verwobenen Vergangenheit zu schutzen.
Kapitel 1
Jun 22, 2025
Piper Blackwood starrte in ihr Spiegelbild im antiken Schminktischspiegel, ihre Hände umklammerten eine zerknitterte Scheidungsklage wie einen letzten Rettungsanker. Die Person, die ihr entgegenblickte, war fast nicht wiederzuerkennen - eingefallene Wangen, dunkle Ringe unter ihren einst strahlend grünen Augen. Sieben Jahre des Vortäuschens hatten sie ausgelaugt. Sie hätte nie gedacht, dass ihr Leben sich so wenden würde, aber hier war sie — älter, härter, mutiger.
„Du schaffst das“, flüsterte sie, kaum laut genug, um über das Ticken der alten Uhr im Flur hinwegzuhören. Jeder Tick fühlte sich an wie ein Countdown zur Freiheit… oder zum totalen Chaos.
Mit einem tiefen Atemzug glättete Piper ihre widerspenstigen kastanienbraunen Locken und richtete ihre smaragdgrüne Bluse. Jaspers Lieblingsfarbe, natürlich. Ein sarkastisches Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Selbst jetzt kleidete sie sich noch für ihn. Klassisch.
Das Geräusch eines Autos, das in die Einfahrt fuhr, jagte ihr einen Panikschauer durch den Körper. Jasper war früh zu Hause. Pipers Herz raste, als sie die Haustür öffnen hörte, gefolgt vom vertrauten Aufprall seines Aktenkoffers auf dem Holzboden.
„Piper? Bist du da?“ Seine tiefe Stimme hallte die Treppe hinauf, und für einen Moment erstarrte sie. Diese Stimme — sie war ihr verfallen, seit sie denken konnte. Sie gab ihr immer noch eine Gänsehaut, ließ ihre Knie weich werden. Aber es war auch die Stimme, die nie „Ich liebe dich“ sagte, als ob er es ernst meinte. Er liebte ihre Tochter, sicher — aber sie? Nicht wirklich. Und sie konnte nicht länger so tun, als wäre es anders.
„Komme!“ rief sie zurück und verzog das Gesicht, wie unecht sie klang.
Sie schob die Scheidungspapiere schnell in ihren Nachttisch und ging die Treppe hinunter, jeder Schritt fühlte sich schwerer an, als ob das Gewicht dessen, was passieren würde, sie tiefer in die Leere zog.
Jasper Hawthorne stand in der Küche, seine große, breitschultrige Gestalt perfekt gegen das Fenster umrissen, den Blick über ihren bilderbuchhaften Garten gerichtet. Pipers Augen verfolgten seine Silhouette, genauso wie sie es tausendmal zuvor getan hatte. Sieben Jahre später versuchte sie immer noch, sich selbst davon zu überzeugen, dass sie die richtige Wahl getroffen hatte. Dass es sich gelohnt hatte, sich in ihn zu verlieben, und wenn sie zurückgehen könnte, würde sie es wieder tun.
Er drehte sich um, fing ihren Blick auf, und ihr Atem stockte in ihrer Kehle. Selbst nach all den Jahren taten diese stürmischen grauen Augen noch etwas mit ihr.
„Hey“, sagte er und schenkte ihr ein müdes Lächeln. „Dachte, wir könnten eine kleine Belohnung gebrauchen.“ Er deutete auf eine weiße Bäckereischachtel auf der Theke.
Ihr Magen zog sich zusammen. „Das ist... das ist aufmerksam von dir.“
Jaspers Stirn runzelte sich, als er ihr Gesicht studierte. „Alles okay? Du siehst blass aus.“
„Ich —“ begann Piper, aber die Worte blieben ihr im Hals stecken. Wie konnte sie diesem Mann, dem Jungen, den sie seit ihrem zehnten Lebensjahr geliebt hatte, sagen, dass sie ihn freiließ? Dass ihre ganze Ehe eine gut polierte Lüge gewesen war?
Er trat näher, Besorgnis stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Piper, ernsthaft, was ist los?“
In diesem Moment, als Jaspers Hand nach ihrer griff, schlug die Haustür auf und beide drehten sich um.
Im Türrahmen stand, vom Wind zerzaust und außer Atem, ein Geist, den sie nie wieder zu sehen geglaubt hatte. Pipers Herz sank. Sie kannte dieses Gesicht, etwas älter, aber immer noch unheimlich schön.
„Jasper“, keuchte die Frau, ihre Stimme voller Emotionen. „Es tut mir leid, dass ich einfach so auftauche, aber ich konnte nicht länger warten. Wir müssen reden.“
Jasper wurde blass. Piper beobachtete, wie seine Lippen einen Namen formten, von dem sie gebetet hatte, dass er in der Vergangenheit begraben war:
„Autumn?“
Die Gebäckschachtel rutschte vom Tresen und krachte mit einem dumpfen Schlag auf den Boden. In der qualvollen Stille, die folgte, fühlte Piper, wie ihre sorgfältig konstruierte Welt in tausend Stücke zerbrach. Passierte es wirklich wieder von vorne? Die Erinnerungen trafen sie wie ein Güterzug — Autumn, Jasper, das verworrene Netz von Lügen, dem sie geglaubt hatte, entkommen zu sein.
Ihr Puls beschleunigte sich, die Wände der Küche fühlten sich plötzlich zu nah an. Das konnte doch nicht real sein, oder? Nicht nach allem. Sieben Jahre des Lebensaufbaus, des Begrabens der Vergangenheit, des Vorgebens, dass alles perfekt war. Und jetzt, mit einem unerwarteten Eintritt, fühlte es sich an, als wäre sie wieder am Anfang, während sie zusah, wie ihr ganzes Leben außer Kontrolle geriet. Schon wieder.
Pipers Kehle zog sich zusammen. Sie war sich nicht sicher, ob sie schreien, weinen oder über die grausame Ironie von allem lachen sollte.

The Lies That Binds
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